Du hast ein Wohnmobil gekauft – ob neu, gebraucht oder selbst ausgebaut – und willst jetzt wissen, wie du es korrekt anmeldest? Ich zeige dir Schritt für Schritt, welche Dokumente du brauchst, was dich beim Gang zur Zulassungsstelle erwartet und welche Besonderheiten bei Wohnmobilen gelten. Mit dieser Anleitung bist du gut vorbereitet.
Wo wird das Wohnmobil zugelassen?
Dein Wohnmobil meldest du bei der Zulassungsstelle deines Hauptwohnsitzes an. Das kann das Straßenverkehrsamt deines Landkreises oder deiner Stadt sein. Viele Behörden bieten inzwischen Online-Termine oder sogar die vollständige i-Kfz-Zulassung per eID.
Technische Voraussetzungen für die Zulassung als Wohnmobil
Ein Wohnmobil muss als solches anerkannt werden. Dafür sind folgende Ausstattungsmerkmale Pflicht:
Feste Schlafmöglichkeit
Sitzgelegenheiten mit Tisch
Kochmöglichkeit
Stauraum
Diese Komponenten müssen fest eingebaut und funktional sein. Beim Selbstausbau solltest du frühzeitig mit einer Prüfstelle sprechen, z. B. TÜV oder DEKRA.
Unterlagen für die Anmeldung eines Wohnmobils
Allgemeine Unterlagen
Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung)
SEPA-Mandat zur Abbuchung der Kfz-Steuer
Bei Anmeldung durch Dritte: Vollmacht + Ausweiskopien
Wunschkennzeichen und reservierte Schilder (falls vorhanden)
Fahrzeugspezifische Unterlagen
Zulassungsbescheinigung Teil II (früher: Fahrzeugbrief)
Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein) – wird bei Neuzulassung erstellt
Nachweis der Hauptuntersuchung (bei Gebrauchtwagen oder länger abgemeldeten Fahrzeugen)
EU-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC-Papiere)
Stilllegungsbescheinigung, falls das Fahrzeug vorübergehend abgemeldet war
Bei Selbstausbauten: Vollgutachten nach § 21 StVZO
Was kostet die Wohnmobilzulassung?
Die Zulassungskosten können leicht variieren. Mit folgenden Beträgen solltest du rechnen:
Anmeldegebühr: ca. 30 Euro
Wunschkennzeichen (optional): ca. 10–15 Euro
Reservierungsgebühr: ca. 2–3 Euro
Nummernschilder: ca. 10–15 Euro pro Stück
Ausstellung der Papiere: ca. 10 Euro
Bei Selbstausbau: Vollgutachten zwischen 80 und 150 Euro
Wohnmobil importiert? Das kommt noch dazu
Für Fahrzeuge aus dem EU-Ausland (oder außerhalb der EU) gelten je nach Herkunftsland zusätzliche Anforderungen:
Kaufvertrag und ausländische Fahrzeugdokumente
CoC oder technisches Datenblatt / Gutachten
Abgasuntersuchungsnachweis bei Gebrauchtfahrzeugen
Bei Nicht-EU-Importen: Zollunbedenklichkeitsbescheinigung
Ggf. KBA-Unbedenklichkeitsbescheinigung
Sonderkennzeichen und Zulassungsoptionen
Saisonkennzeichen
Du willst dein Fahrzeug nur im Sommer nutzen? Dann kannst du es für einen bestimmten Zeitraum (z. B. April–Oktober) anmelden. Steuer und Versicherung werden in diesem Fall nur anteilig berechnet.
Oldtimer-Zulassung
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dein Reisemobil auch als Oldtimer zulassen und das begehrte "H-Kennzeichen erhalten". Dafür muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt und einen insgesamt guten Erhaltungszustand aufweisen, außerdem darf nicht zu viel am Originalzustand verändert bzw. umgebaut worden sein.
Ein H-Kennzeichen gibt es für Fahrzeuge, die:
mindestens 30 Jahre alt sind
gut erhalten sind und deren Originalzustand nicht wesentlich verändert wurde
ein Gutachten nach § 23 StVZO erhalten haben
Vorteile:
Meist günstigere Versicherung
Günstigere Kfz-Steuer
Zufahrt zu Umweltzonen
Online-Zulassung für Wohnmobile
Wenn dein Zulassungsbezirk i-Kfz unterstützt, kannst du dein Wohnmobil digital anmelden. Du brauchst dafür:
Personalausweis mit aktivierter eID
Kartenleser oder Ausweis-App
Online-Zahlungsmöglichkeit
Titelbild: © CamperStyle

Noch keine Kommentare — sei die/der Erste und teile deine Erfahrung!
Danke!
Dein Kommentar wartet auf Freischaltung und erscheint, sobald er moderiert wurde.