|

Die richtige Bordbatterie für dein Wohnmobil - Ratgeber, Kaufempfehlung und viel Wissen

Laptops, Smartphones, Licht und Fernseher benötigen beim Camping alle eins: Strom. Oft reichen 12 Volt, manchmal benötigen wir auch 220 Volt. Wenn du nicht am Landstrom hängst, dann kommt der benötigte Strom aus den Bordbatterien oder auch Versorgungsbatterien.

In diesem Artikel geht es um die Versorgungsbatterie in deinem Wohnraum. Solltest du nach einer Starterbatterie benötigen, hilft dir dieser Artikel nur bedingt weiter.

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, welche unterschiedlichen Batterietypen es auf dem Markt gibt, wie sich diese unterscheiden und welche sich für dich am besten eignet. Du bekommst von mir auch Empfehlungen, welche Batterien du kaufen kannst.

Das wichtigste: Zyklenfestigkeit und Ladezyklus

Akkumulatoren werden immer wieder aufgeladen. Die Hersteller geben die Zahl der Ladezyklen oft als Wert an. Ein Ladezyklus kann Folgendes sein:

  • Eine Batterie wird zweimal zur Hälfte entladen und jeweils wieder vollgeladen

  • Eine Batterie wird um 20 % entladen und wieder geladen, danach wird sie um 30 % entladen und wieder geladen und danach um 50 % entladen und wieder geladen

  • Batterie wird um 100 % entladen und wieder vollgeladen

Die Zahl der Zyklen, die die Batterie "relativ unbeschadet" übersteht, nennt man Zyklenzahl. Wenn ein Hersteller 800 Ladezyklen angibt, bedeutet das, dass der Akku nach 800 Ladezyklen noch 80 % seiner Kapazität hat. Er funktioniert also danach immer noch, aber die Speicherkapazität nimmt immer weiter ab.

Bei Bordbatterien ist wichtig, dass du sie möglichst oft aufladen kannst. Denn jeder möchte, dass seine Batterien möglichst lange halten. Daher werden als Bordbatterien möglichst zyklenfeste Batterien eingesetzt. Diese Eigenschaft ist zusammen mit der Zyklustiefe entscheidend und wichtig. Wenn du dir Batterien kaufst, solltest du diese Informationen immer im Hinterkopf haben.

Diese unterschiedlichen Batterietypen gibt es für dein Wohnmobil

Batterien in Wohnmobil, Wohnwagen, Auto und auch auf Booten sind heute immer noch fast ausschließlich Blei-Säure-Batterien. Diese bestehen grundlegend aus einer positiven und einer negativen Bleiplatte sowie einer Elektrolyt-Flüssigkeit dazwischen - verdünnte Schwefelsäure (H2SO4).

Die Marketingabteilungen nutzen allerlei Begriffe, um Batterien zu bezeichnen. Versorgungsbatterie, Aufbaubatterie, Solarbatterie sind nur einige. Lass dich davon nicht täuschen. Es sind alles möglichst zyklenfeste Batterien, die es grundsätzlich in drei verschiedenen Varianten gibt:

  • Lithium Batterien - die modernsten Akkus. Ihnen gehört die Zukunft.

  • Nassbatterien - so wie eingangs beschrieben: Eine positive und negative Bleiplatte sowie verdünnte Schwefelsäure

  • Gelbatterien - hier sind die Bleiplatten dicker und der Elektrolyt ist in einem Gel gebunden

  • AGM-Batterien - bei diesen ist der Elektrolyt in einem Glasvlies gebunden.

Im Folgenden werde ich dir die einzelnen Batterietypen erklären und auch die Vor- und Nachteile auflisten.

Lithium Akkus

Diese Akkus setzen auf eine andere Technologie als die unten vorgestellten Batterien. Vielleicht ist sie dir aus deinem Smartphone bekannt. Es ist zwar nicht ganz die gleiche Technik, aber fast identisch. Im Camper kommt LiFePO4 zum Einsatz. Lithium-Eisenphosphat ausgeschrieben.

Diese Akkus sind den Blei-Säure-Versionen in jedem Bereich überlegen: Sie sind kleiner, leichter, speichern mehr Strom, lassen sich problemlos tief-entladen, laden schnell nach und sind wartungsfrei.

Mittlerweile rate ich zum Kauf einer oder mehrerer solcher LiFePO4-Akkus für dein Wohnmobil. Es gibt nur einen Grund, keine zu kaufen: wenn dein Budget sehr begrenzt ist. Während du eine 100 Ah Nassbatterie für ca. 100 Euro kaufen kannst, kostet eine 100 Ah LiFePO Batterie mindestens 400 Euro. Eine mit besserer Qualität 600 Euro und mehr.

Vorteile:

  • klein und leicht

  • wartungsfrei

  • problemlose Tiefenentladung möglich

  • keine Selbstentladung

  • schnelles Aufladen

Nachteile:

  • sehr teuer in der Anschaffung

Der hohe Kaufpreis wird durch die hohe Anzahl an Ladezyklen im Gegensatz zu normalen Nassbatterien gut ausgeglichen. Es lohnt sich also, sich mit dieser Technologie zu beschäftigen. Lithiumbatterien haben die längste Lebensdauer.

Kaufberatung Lithiumbatterie

Wenn du viel autark stehen möchtest, also ohne Landstrom, dann sind diese Batterien perfekt für dich. Sie sind nicht als Starterbatterie geeignet. Die erste Empfehlung ist eine Batterie, die einfach deine alte Batterie ersetzen kann und die beim Fiat Ducato unter dem Sitz montiert werden kann.

Sie ist außerdem beheizt und kann so auch bei bis zu -20 Grad betrieben werden!

Unterm Ducato Sitz

105Ah BullTron | 12,8V LiFePO4

Perfekt für die Montage unter dem Sitz beim Ducato, Peugeot und Citroën.

Ersetzt eine 200 Ah Blei-Batterie!

Wiegt nur 10 kg und ersetzt einfach die alte Batterie. Ohne weitere Veränderungen.

Jetzt Preis prüfen

Wenn du deine Batterie nicht unter 0 Grad betreiben möchtest, weil du ohnehin kein Wintercamping machst und lieber etwas Budget sparen möchtest, dann ist die folgende Batterie passend:

Etwas teurer, aber dafür mit 5 Jahren Garantie:

Wenn du mehr Strom benötigst, weil du länger autark sein willst oder viel Strom verbrauchst:

200 Ah

200Ah Bulltron | 12V LiFePO4

200 Ah Kapazität. Ersetzt eine Bleibatterie mit bis zu 400 Ah.

Kann liegend eingebaut werden und passt oft unter den Sitz im Kastenwagen.

Kann die vorhandene Batterie einfach ersetzen

Jetzt Preis prüfen

Auch hier die Empfehlung, wenn du kein Wintercamping machst und Geld sparen willst:

Nassbatterien

Dieser Typ ist vom fast wie eine Starterbatterie aufgebaut. Unterschiede bestehen in der Dicke der Bleiplatten und der Legierung, auf der das Blei aufgetragen ist. Durch beides lässt sich die Zyklenfestigkeit der Batterie wesentlich verbessern, womit sie dann als Aufbaubatterie geeignet sind.

Werden diese Akkus allerdings zu sehr entladen, dann kommt es zur Sulfatierung. Dabei verbinden sich die Bleisulfatkristalle zu Brocken auf der Oberfläche. Dabei wird die freie Oberfläche immer geringer und die Leistung nimmt ab, da die Elektroden schlechter leiten. Diese Brocken können auch zu Boden fallen und dort zur Verschlammung führen.

Steigt der Schlamm bis zu den Elektroden, kommt es zu einem Kurzschluss. Das tritt auch auf, wenn die Akkus lange ungenutzt bleiben. Dieser Kurzschluss wird die Batterie ziemlich schnell zerstören. Nassbatterien sollten deshalb maximal zur Hälfte entladen werden. Wenn du sie weiter entlädst, dann altert der Akku wesentlich schneller und geht viel früher kaputt.

Wenn du dein Wohnmobil zum Beispiel im Winter nicht nutzt, dann schließe es an den Strom an. Moderne Ladegeräte stellen dann auf Erhaltungsladung und pflegen so die Batterie! Geht das nicht, dann lade den Akku einmal komplett voll und trenne danach alle Verbraucher ab.

Vorteile:

  • preiswerteste Akku-Technik

  • es reicht relativ einfache Ladetechnik

Nachteile:

  • wartungsintensiv: der Säurestand sollte regelmäßig geprüft und Wasser nachgefüllt werden

  • Ausgasung: im Betrieb entstehen Gase in der Batterie, die durch ein Ventil ausgeleitet werden. Dieses Gas muss auch aus dem Wohnmobil geleitet werden.

  • nicht auslaufsicher: die Säure könnte auslaufen. Daher muss die Batterie in einem säurefesten Behälter aufbewahrt werden.

  • Entladetiefe 50 % - 60 %: Nassbatterien sollten zu nicht mehr als der Hälfte entladen werden. Die Batterie muss also das doppelte der von dir benötigten Kapazität bringen.

Diese Batterien haben oft die geringste Lebensdauer, sind jedoch sehr preiswert.

Kaufempfehlung:

Mit etwas mehr Kapazität:

Oder mit 220 AH Kapazität:

Wartungsfreie Nassbatterien

Eine Abwandlung der Nassbatterie sind die VRLA-Akkumulatoren. Das heißt übersetzt "ventilgeregelte Blei-Säure-Batterie". Diese Versorgungsbatterien sind verschweißt. Sie haben nicht wie normale Starterbatterien oben kleine Deckel zum Abdrehen und Nachfüllen von Säure.

Sie haben lediglich ein Überdruckventil. Bei diesen Wohnmobilbatterien ist der Elektrolyt eingedickt und kann daher nicht so einfach herausfließen. Diese nutzen wir in unserem Wohnmobil.

Vorteile:

  • preiswertest Akku-Technik

  • es reicht relativ einfache Ladetechnik

  • wartungsärmer und auslaufsicher

Nachteile:

  • Ausgasung: auch hier können im Betrieb Gase in der Batterie entstehen, die durch ein Ventil ausgeleitet werden. Dieses Gas muss auch aus dem Wohnmobil geleitet werden.

  • Entladetiefe 50 % - 60 %: Nassbatterien sollten zu nicht mehr als der Hälfte entladen werden. Die Batterie muss also das doppelte der von dir benötigten Kapazität bringen.

Blei-Gel-Batterien

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, ist bei diesen Batterien, dass Elektrolyt in einem Gel gebunden. Weiterhin haben diese Akkus dickere Platten. Daraus resultiert, dass sie Strom wesentlich länger abgeben können. Aber sie laden auch länger.

Außerdem haben Sie eine bessere Entladetiefe. Die im Akku entstehenden Gase werden durch das Gel oft am direkten Austreten gehindert. Nur eine geringe Menge gelangt durch ein Ventil nach außen. Da es sich hierbei um Knallgas handelt, sollten aber auch in der Nähe von Gel-Batterien keine Zündquellen vorhanden sein. Für die Ladung benötigt man ein spezielles Ladegerät für Gel-Batterien. 

Zudem sind sie schwerer als diejenigen mit Flüssig-Elektrolyt. Hohe Temperaturen vertragen sie wesentlich besser als tiefe. Blei-Gel-Batterien sind also für Wintercamping nicht ideal. Auch als Starterbatterie sollten sie nicht eingesetzt werden, da sie große Stromentnahmen nicht mögen.

Diese Tatsache macht sie auch nicht perfekt für das Zusammenspiel mit größeren Wechselrichtern, was du beim Batteriebetrieb von 220 V-Geräten beachten solltest!

Vorteile:

  • fast wartungsfrei

  • gekapselte Bauweise: sie sind absolut dicht und laufen nicht aus

  • verträgt auch mal tiefere als 70 % Entladung, sollte aber zügig nachgeladen werden.

Nachteile:

  • spezielle Ladetechnik notwendig, um Ausgasung zu vermeiden

  • hohes Gewicht

AGM-Batterien

Dieser Typ ist der Versuch, die beiden oben genannten Techniken zu verbinden. Sie liegen in der Zyklenfestigkeit zwischen den Nass- und Gel-Akkus. AGM-Batterien haben eine höhere Energiedichte und können damit leichter sein. Und sie vertragen ähnlich hohe Stromentnahmen wie Nassbatterien. Bei den AGM-Batterien befindet sich der Elektrolyt in einem Glasvlies. Die Batterie selber ist gekapselt wie eine Gel-Batterie und damit auslaufsicher. Auch gast sie kaum aus.

Dieser Typ lässt sich mit höheren Spannungen als die anderen beiden laden. Man benötigt dazu jedoch ein spezielles Ladegerät, welches AGM-Batterien laden kann. Ein Temperatursensor ist Pflicht. Die Batterien reagieren allergisch auf Hitze, die nun einmal beim Ladevorgang entsteht. Durch den geringen Innenwiderstand der Batterien, bedingt durch die Bauweise, entladen sich diese kaum. Sie sind also perfekt für längere Standzeiten, in denen das Mobil ungenutzt ist.

Vorteile:

  • weniger empfindlich gegen Tiefenentladung als Nassbatterien

  • wartungsfrei

  • geringe Selbstentladung

Nachteile:

  • spezielle Ladetechnik notwendig

Wichtige Kenngrößen von Batterien

Nachdem ich dir die verschiedenen Typen von Batterien bzw. Akkumulatoren aufgezeigt habe, möchte ich jetzt noch auf ein paar wichtige Kenngrößen eingehen: die Kapazität, Ladeschlussspannung, Erhatungsspannung oder Ladeerhaltung. Entladeschlusspannung und Ruhespannung.

Kapazität der Batterien

Die verschiedenen Akkutypen haben unterschiedliche Entladetiefen:

  • Nassakkus: 50 %

  • Gel-Akkus: bis zu 70 %

  • AGM Akkus: bis zu 80 %

Wenn du nach Batterien schaust, werden dir Angaben wie  C1, C5, C10 oder C20 begegnen. Da die Kapazität einer Batterie vom zu entnehmenden Strom abhängig ist, gibt es diese Kenngrößen. Je höher der entnommene Strom ist, desto geringer ist die verfügbare Gesamtkapazität. C1 bedeutet, dass die Gesamtkapazität innerhalb einer Stunde entnommen wird, C5, dass die Kapazität bei der vollständigen Entladung innerhalb 5 Stunden erreicht wird.

Als Beispiel die verschiedenen Kapazitätswerte für eine SBG 12-100 Gel-Batterie (100Ah):

  • C1 = 60,7Ah, d.h. 1 Stunde lang können 60,7A bis zur vollständigen Entladung entnommen werden

  • C5 = 73Ah, d.h. 5 Stunden lang können 14,6A ebenfalls bis zu vollständigen Entladung entnommen werden, d.h. die verfügbare Batteriekapazität ist um 17 % höher bei der geringeren Stromentnahme

  • C10 = 82Ah, d.h. 10 Stunden lang können 8,2A entnommen werden, ehe die Batterie vollständig entladen ist; die Kapazität ist jetzt bereits 26 % höher als bei einstündiger Entladung

  • C20 = 100Ah (der Nennwert der Batterie), jetzt können über 20 Std. 5A entnommen werden, die Kapazität der Batterie ist damit am höchsten.

Ladeschlussspannung

Die Ladeschlussspannung ist die Spannung, die während des Ladevorgangs nicht überschritten werden darf. Wird sie überschritten, kommt es zur Gitterkorrosion, was sich durch "Gasen" der Batterie bemerkbar macht. Es entsteht dabei hochexplosives "Knallgas" und die Batterie wird dauerhaft geschädigt.

Während Nassbatterien das kurzzeitige Überschreiten dieser Ladeschlussspannung noch halbwegs verkraftet, ohne sofort zerstört zu werden, reagieren AGM- und Gel-Batterien auf eine Überschreitung der Ladeschlussspannung extrem sensibel. Die Höhe der Ladeschlussspannung ist von der Batterietechnologie abhängig. Je nach Hersteller liegt sie bei 14,7V für Nassbatterien und bei 14,4V für AGM- und Gel-Batterien.

Erhaltungsspannung, Ladeerhaltung

Die Erhaltungsspannung ist die Spannung, die das Ladegerät nach dem Vollladen halten soll, um der Selbstentladung der Batterie entgegenzuwirken. Die Erhaltungsspannung ist für alle Batterietypen gleich und liegt normalerweise bei 13,7 - 13,8V.

Entladeschlussspannung

Die Entladeschlussspannung ist die Spannung, die beim Entladen nicht unterschritten werden darf. Wird die Batterie dennoch weiter entladen, kommt sie in den Bereich der Tiefentladung und wird geschädigt.

Ruhespannung

Die Ruhespannung ist die Spannung, die an der Batterie gemessen werden kann, nachdem mindestens 4 Stunden seit dem letzten Ladevorgang oder der letzten Entladung vergangen sind. Sie ist ein ungefähres Maß für den Ladezustand der Batterie.

Wie lade ich die Akkus im Wohnmobil?

Um die Aufbaubatterien zu laden, gibt es mehrere Wege:

  1. Stromgenerator: Die meisten Stromgeneratoren sind leider sehr laut und damit extrem nervig für einen selbst und für die Nachbarn. Außerdem liefert so ein Generator oft nur etwas mehr als 12 Volt. Das reicht nicht um die Batterien voll zu laden.

  2. Landstrom: Fast alle Wohnmobile laden die Aufbaubatterien automatisch, wenn Landstrom angeschlossen wird.

  3. Lichtmaschine: Die Lichtmaschine lädt sowohl die Starterbatterie als auch die Versorgungsbatterie. Das funktioniert oft allerdings nicht wie gewünscht. Denn ist die Starterbatterie voll, kriegt auch die Versorgungsbatterie nur noch wenig Strom. Außerdem verringern die oft zu dünnen Kabel die Spannung unter 14 Volt. Damit wird die Wohnmobilbatterie niemals voll. Hier helfen Batterie Booster. Diese transformieren die Spannung wieder hoch auf 14,4 Volt. Außerdem fordern sie von der Lichtmaschine konstant hohen Strom. Damit werden die Aufbau-Akkus bei längeren Fahrten voll geladen.

  4. Solarstrom: Solarmodul(e) auf dem Dach, dazu Laderegler und Kabel und schon laden sich die Batterien sobald die Sonne scheint. Diesen Weg nutzen wir und können damit unbegrenzt frei stehen, sogar wenn mal ein paar Regentage dabei sind. Wie das geht habe ich im Artikel Solarmodul auf dem Wohnmobil beschrieben.

Experten im Podcast zum Thema „Elektrik und Batterien im Camper“

Auch in unserem Podcast stehen Elektrik und Batterien im Fokus. In diesen beiden Folgen sprechen Nele und Sebastian über das Thema "Elektrik für Anfänger – Batterien im Camper" und "Elektrik für Anfänger – Zusammenfassung". Sie tauschen sich über Erfahrungen aus, geben Informationen und Tipps. Hör doch mal rein:

Fazit und Kaufberatung:

Der wichtigste Tipp: Kaufe niemals eine Starterbatterie als Aufbaubatterie.

Ich habe im Artikel oben erklärt, wieso. Ich würde heute immer zu einer LiFePo oder Lithiumbatterie raten. Die folgenden Batterien ersetzen einfach deine alte. Die notwendige Ladetechnik und das Batteriemanagement sind schon eingebaut:

100 Ah:

Oder 200 Ah:

Wenn du nur ein kleines Budget zur Verfügung hast, dann ist sicher eine klassische, zyklenfeste, wartungsfreie Nassbatterie das Richtige für dich. Das Gleiche gilt, wenn du keine besonderen Anforderungen an die Batterie hast und dein Wohnmobil oft bewegt wird. Folgende Produkte empfehle ich dir:

Mit etwas mehr Kapazität:

Oder mit 220 AH Kapazität:

Betreibst du einen Wechselrichter im Wohnmobil, dann empfehle ich dir eine Blei-Gel-Batterie. Folgende kann ich empfehlen:

Wenn dein Wohnmobil öfter steht, weil du es nur für den Urlaub benötigst, dann wäre ein AGM Batterie das Richtige für dich.

Mit 75Ah:

Mit 100 Ah:

Mit 240 Ah:

Abschließend noch der Hinweis: Achte beim Kaufen darauf, ob die Pole so angeordnet sind, wie bei deiner alten Batterie und ob die Größe auch gleich ist.

Wozu überhaupt eine Bordbatterie bzw. Wohnmobilbatterie?

Fast jedes Wohnmobil hat mindestens zwei Batterien an Bord. Eine befindet sich im Motorraum, das ist die Starterbatterie. Diese versorgt den Anlasser und das Licht im Fahrerhaus. Ebenso wird das Radio und andere Verbraucher vorn im Wohnmobil von dieser Batterie betrieben. Beim Anlassen wird sehr kurz ein hoher Strom aus der Batterie gezogen.

Sobald der Motor läuft, wird alles von der Lichtmaschine versorgt und kein Strom mehr entnommen. Dieser Akku (nichts anderes sind die Batterien im Wohnmobil), ist also dafür gemacht, wenige Sekunden hunderte Ampere zu liefern. Diese Batterien haben einen flachen Zyklus. Sie sollten nur 10-20 Prozent ihrer Kapazität entladen werden. Um die verschiedenen Verbraucher im Wohnmobilaufbau wie Licht, Wasserpumpe, Fernseher, Sat-Anlage mit Strom zu versorgen, ist dies nicht die richtige Batterie.

Wenn mal kein Stromanschluss in der Nähe ist, benötigst du dafür eine Wohnmobilbatterie, die über einen längeren Zeitraum Strom liefert und auch mal nicht vollgeladen werden muss. Und genau deshalb gibt es extra Versorgungsbatterien im Wohnmobil. Diese Batterien sind dafür gemacht, viele Stunden lang wenige Ampere zu liefern. Diese Akkus haben einen tiefen Zyklus. Sie können zwischen 50 und 80 Prozent ihrer Kapazität entladen werden.

  1. Maxi
    Hallo Sebastian, ich höre mit Begeisterung euren Podcast, bin gerade am Ausbauen eines Campers und hätte eine Frage bezüglich BMS/ Batteriewächter, vielleicht kannst du dazu etwas genauer drauf eingehen. Benötige ich bei einer handelsüblichen LiFePo4-Batterie mit integriertem BMS und Bluetooth zusätzlich einen Batteriewächter (zB Battery-Protect von Victron)? Oder sorgt das integrierte BMS für einen ausreichenden Tiefenentladeschutz und ein zusätzlich angeschlossener Batteriewächter wäre nur eine doppelte Absicherung? Vielen Dank im Voraus, macht weiter so und liebe Grüße, Maxi
    1. SebastianRedaktion
      Hi Maxi, du müsstest einmal schauen, ob die Batterie einen Wächter eingebaut hat. Da ich das Modell nicht kenne, weiß ich es nicht. Wenn nicht, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll. Ein BMS hat grundlegend nicht unbedingt diese Funktion. VG, Sebastian
  2. Peter
    Hallo an alle, ich habe meine Bb 12 V 100 Ah (von der ich nur ca. 50 Ah nutzen konnte) gegen eine LifePo4 12 V 100Ah (Magira 699€) unter den Beifahrersitz meines Duc ausgetauscht. Ich bin von dem Akku begeistert ! 13Kg statt 27 kg. Sagenhaft schnelles Ladeverhalten und volle Kapazität. Meine Solarzelle wird nur bei Bedarf angestellt wenn mal der Strom vom Generator nicht reicht – kam aber bisher nicht vor. Natürlich ist der Preis nicht ohne, aber ich war fast soweit mir eine Brennstoffzelle für 2500 € einzubauen. Was mich gestört hat ist das zusätzliche Gewicht und die Versorgungspatronen. Jetzt habe ich noch Gewicht gespart und habe eine Woche ohne jegliches nachladen gestanden, allerdings haben wir keine Schüssel (wir streamen) und keine E-Bikes. Wir sind begeistert. Wenn sie jetzt noch mindestens 10 Jahre hält ist alles gut.
  3. Holger Grube-Einwald
    Wir haben 2 AGM 105 als Versorgungsbatterien im Womo. Eine davon ist defekt. Kann ich zu der einen 105-er auch eine mit einer anderen Amperezahl hinzufügen.
  4. Kiki
    Hallihallo Ich, alleinstehende, junge Frau die keine Ahnung von dem ganzen hat, bin total überfordert. In 1,5 Wochen bekommt mein Camper eine Standheizung, Dachlüfter, Batterie und das Solarpanel . Es ist ein Hochleistungspanel mit 360 Watt. Ich möchte das ganze Jahr mindestens 2-3 Tage pro Woche autark stehen können. Ab Frühjahr auch mal 1-2 Wochen im Urlaub (wenn das überhaupt geht). Was für eine Batterie benötige ich ????? Wäre über Hilfe seeeeeehr dankbar!!!
    1. SebastianRedaktion
      Hi, du solltest einmal berechnen, wie viel Energie deine Geräte so verbrauchen. Schau mal hier im Artikel zur Solaranlage habe ich was zur Batteriegröße geschrieben: https://camperstyle.de/solaranlage-auf-dem-wohnmobil/#wie-muss-ich-die-solaranlage-dimensionieren Melde dich danach gern hier mit noch offenen Fragen.
  5. Peter
    Toller Artikel, sehr übersichtlich und für Laien gut verständlich. Besten Dank!
    1. SandraRedaktion
      Lieber Peter, vielen Dank für dein positives Feedback. Da wir uns auch an Anfänger richten, ist es uns sehr wichtig, so verständlich wie möglich zu schreiben. Klasse, dass uns dies gelungen ist. Viele Grüße Sandra
  6. Jörg
    Hi, Ich habe zwei Aufbaubatterien Blei-Säure im Wohnmobil. Diese sind jetzt 5 Jahre alt und ich möchte diese gegen Gelbatterien tauschen. Wenn ich das richtig gelesen habe, muss ich ein anderes Ladegerät verbauen ? Wird damit ein stationäres gemeint ? Beim fahren lädt ja die Lichtmaschine die Aufbaubatterien mit auf. Und wenn ich am Landstrom angeschlossen bin, müsste da ein anderes Ladegerät verbaut werden ?
    1. SebastianRedaktion
      Das kommt auf dein Ladegerät an. Bei den meisten Wohnmobilen ist das mit im Elektroblock verbaut. Im Handbuch findest du eine Info, ob auch Gelbatterien geladen werden können und was du dafür umstellen musst. Ansonsten müsstest du ein weiteres Ladegerät installieren. Die Lichtmaschine liefert den Strom und das Ladegerät hängt zwischen Lichtmaschine und Batterie und liefert die richtige Ladespannung/ -Strom. Landstrom wird normal auch darüber laufen. Ein Blick in die Handbücher dürfte weiterhelfen. Ansonsten mal in eine Werkstatt fahren oder einen Experten fragen, der sich das ansieht, so aus der Ferne kann ich es leider nicht genauer sagen.
  7. Ewald
    Zur Ladeschlußspannung: Diese ist zusätzlich auch temperaturabhängig!! Dei 14.2-14.4 gelten nur um die 20°, bei 35° oder mehr liegt man schnell unter 14.0V. Das betrifft dann besonders die Gel-batterien, die im Süden bei 30-40° im Batterieraum dann schnell überladen und geschädigt werden. Kann man einfach ausprobieren: z.B sind bei den 230V Ladern meist Temperaturfühler verbaut, die die Schlußspannung reduzieren. (Auch beim 10A CTEK mit Thermofühler läßt sich das schnell prüfen - in die Hand nehmen und die Spannung messen). So und wie passt das jetzt mit den "Boostern" zusammen, die sch schon mal >15.5V machen. Zwar bekommt man schnell wieder Energie in den Akku, aber das kostet deutlich Lebensdauer. Da ist selbst die Lima im Camper mit den festen 14.5V schon zuviel. VW hat beim Califonia ein hochwertiges 230-er Ladegerät mit Fühler verbaut, macht aber die Gel-Batterie dann während der Fahrt kaputt.
  8. Tom
    Hallo Sebastian, gratuliere zu dem Beitrag! Hierzu eine Frage: wie sieht es mit der Kombination verschiedener Batterietypen aus? Hintergrund ist folgender: die beiden Bordbatterien meines WoMos haben Ihr Ende erreicht und müssen getauscht werden. Hierbei habe ich festgestellt, dass es sich um AGM-Batterien handelt. Die Starter-Batterie allerdings ist eine gewöhnliche Blei-Nass-Batterie. Diese wurden anfänglich mittels Trennrelais von der LiMa versorgt, bevor ich eine Solaranlage installiert habe und das Trennrelais entfernt habe. Die Bordbatterien werden seitdem ausschließlich über die Solaranlage versorgt (ggf. über Landstrom, wenn's mal eng wird). Meine grundsätzliche Frage: ist es richtig, das unterschiedliche Batterietypen über die LiMa gemeinsam geladen werden können, ohne, dass die Batterien aufgrund der unterschiedlichen Ladespannungen (14,8 bzw. 14,4 V) darunter leiden? War die Auslieferung des Fahrzeugs mit den unterschiedlichen Batterietypen richtig? Ich vermute es wurden wartungsfreie Bord-Batterien gewählt, weil die im Fahrzeuginnern (unter Fahrer- und Beifahrersitz) verbaut wurden.
  9. Maik
    Hallo in die Runde Habe mal eine Frage. Habe nach dem Winter habe ich keine Anzeige mehr auf dem Display des Laderegler. Die Batterie scheint auch hin zu sein.gibt es da einen Zusammenhang? Danke schön mal für die Antworten.
    1. SebastianRedaktion
      Hallo Maik, das ist jetzt ohne die Komponenten zu kennen schwer zu sagen. Aber da kann durchaus ein Zusammenhang bestehen. VG, Sebastian
  10. Frank Donath
    Ich wollte fragen wo man am günstigsten eine 150-160 Ah LiFePO4 mit BMS integriert bekommt, viemehr eine Empfehlung (Hersteller) oder 2 Stk.mit 12 V 90 AH wo sie oben erwähnt haben (=180 AH ) und die dann parallel mit einander verbinden wo gibt es die inkl. BMS für unter 700.- Ich hab bisher in Deutschland nur Preise von 949-999.- für eine 100 AH LiFePO4 gesehen nur direkt aus China bekommt man 90-100 AH für 500-650.-$. Ich finde wenn man 180 AH (2X90 AH) LiFePO4 für unter 1400.- bekommt (2018) wäre das top. Klar in 2-3 Jahren wird das nochmals wesentlich günstiger (warscheinlich weit unter 1000.-) aber das ist noch eine Weile hin. Im voraus vielen Dank.
    1. SebastianRedaktion
      Hallo Frank, da kann ich dir leider keine Empfehlung geben. VG, Sebastian

Schreib einen Kommentar

Sei nett, bleib beim Thema — und teile gerne deine eigenen Erfahrungen mit uns!

Alle Kommentare werden moderiert und erscheinen erst nach Freigabe.

Dir hat der Beitrag gefallen?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!